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28 Sep 2021

Stanislav Kochanovsky

Dresdens Philharmoniker und Stanislav Kochanovsky am Pult stemmen Mahlers Fünfte.
„Der 39-jährige Russe, inzwischen unterwegs in der obersten Liga der Orchester der Welt, kehrte ans Pult der Philharmonie zurück, um mit ihr diesen Mahler zu stemmen. Um für Überwältigung nicht erst im Finale zu sorgen und um klarzumachen: Diese schonungslos harte Sinfonie bleibt in ihren Widersprüchen aktuell.
Die Solofanfare zu Beginn hatte etwas Suchendes, fast Gebrochenes. Innerlich zog ein schleppender Trauerzug vorüber, dem kein Aufbäumen anzumerken war und dessen Klageton sich im „mit größter Vehemenz“ zu spielenden zweiten Satz fortsetzte.
Über das zentrale Scherzo sagte Mahler: „Die scheinbare Wirrnis muss, wie bei einem gotischen Dome, sich in höchste Ordnung und Harmonie auflösen.“ Die Philharmoniker kosteten diese Wandlung aus, kultivierten sie glänzend.
Das Adagietto, der Mahler-Hit schlechthin, ließ Kochanovsky mit erhabenem Ausdruck musizieren. Dieser strapazierte Satz wirkte zunächst äußerlich, mehr gespielt als gefühlt. Bezwingend intensiv gelang erst das Decrescendo, das zum Schlusssatz führt. Das Finale wühlte tief auf, indem es das dynamische Getriebensein dieser Welt spiegelte. Folgerichtig und völlig zu Recht applaudierte das Publikum am Samstag stürmisch.“ Von Karsten Blüthgen – Sächsische Zeitung